nähPark Supertest, Probenähen

Testbericht 6: Husqvarna VIKING Ruby Royale

Husqvarna war mir schon immer ein Name, allerdings aus Zeiten wo ich selbst mit dem Offroadbike durch Californiens Bike-Parks gefahren bin 😀 und das hatte noch nicht einmal annähernd etwas mit Nähen zu tun. Daher war ich ganz gespannt was der Hersteller im Bereich Nähmaschinen zu bieten hat. Und sie hat mich gleich beim Auspacken überrascht.

Ich muss dazu sagen, ich gehe an die Nähmaschinen-Tests heran wie ein kleines Kind an ein Überraschung-Ei. Ich schaue mir nur kurz an welches Modell ich dem Namen nach bekomme, das war es aber auch schon. Ich lese vorab keine Produktbeschreibungen und keine Kundenrezensionen, einfach um völlig unvoreingenommen herangehen zu können und mir mein ganz eigenes Bild zu machen. So weiß ich im Vorhinein manchmal auch gar nicht wie die nächste Maschine eigentlich aussieht. So geschehen bei der Husqvarna. Der Postbote brachte wir wie üblich am Freitag mein Paket, ich packte alles aus, baute auf und dann schaute ich erst einmal genauer hin.

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Okay, Ruby Royale passt 😀 Wenn das mal kein Mädchentraum ist.

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Auf dem Deckel schnörkeln sich eingearbeitete Jugendstil-Designs. Sämtliche Bedienelemente sowie das Display und ein Zierstreifen im Deckel bringen einen satten Brombeerton mit verspielten Ornamenten mit.

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Sogar der Touchscreen-Stift passt farblich dazu. An dieser Stelle gleich ein großer persönlicher Pluspunkt, denn bei dieser Maschine habe ich den Stift tatsächlich verwendet (wo ich sonst lieber per Fingerdruck bediene), da er sehr praktisch in einem Steckfach seitlich des Displays untergebracht ist.

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Das Display selbst hat eine angenehme Größe, alles lässt sich sehr leicht und übersichtlich einstellen und die Bedienung ist oft auch recht intuitiv. Das Tastaturfeld fällt für meinen Geschmack dagegen etwas spärlich aus. Die Tasten liegen alle sehr nah beieinander und sind dazu auch noch etwas fester zu drücken, so dass man hin und wieder während des Nähvorgangs den falschen Knopf erwischen kann.

Was ich auch total gern mag sind richtig große Fußpedale. Auch hier punktet die Ruby, denn das zweifußbreite Pedal hat auch noch ein extralanges Kabel mit Aufrollautomatik.

Erst einmal ein paar Worte zum Nähen. Ich muss gestehen, dass man dazu neigt, einfaches Nähen zu vernachlässigen, wenn man die Möglichkeit hat zu sticken.

Ich habe es mir jedoch zur Gewohnheit gemacht während meiner Testmonate ausnahmslos alle meine Projekte am Testgerät umzusetzen. So kann ich die volle Breite ausprobieren und die Ruby hat mich fast nie im Stich gelassen. Lediglich bei drei Lagen Sweat plus Jersey und eingenähter Paspel blieb sie ein einziges Mal hängen.

Leder macht sie ohne Probleme.

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Jerseys ließen sich dank passender Voreinstellungen auch hervorragend vernähen. Und auch das Applizieren auf Jersey und dehnbaren Materialien geht leicht von der Hand.

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Ein großes Repertoire an Zierstichen lädt zudem dazu ein auch mal den ein oder anderen Saum mit einem dekorativen Stich zu ersetzen.

Dazu kommen noch einige Sonderstiche, wo ich leider nicht die Zeit hatte alle Möglichkeiten auszuprobieren, aber die extrabreiten Zierstiche, bei denen der Stoff zusätzlich auch seitwärts transportiert wird, mussten dann doch noch sein. Und die kommen tatsächlich auch auf dem Stoff so raus, wie sie vorher im Display angezeigt werden 😉

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Während des Nähens kann man hinter dem Nähfuß ein Aufbewahrungsfach anstecken, das gleichzeitig die Nähfläche vergrößert. Dort bekommt man zwar eine Menge unter, wie etwa Spulen, Nähfüße und weitere Kleinigkeiten. Ich empfand es jedoch als sehr unpraktisch, dass dieses Fach hinter dem Nähfuß liegt und man immer irgendwie drum herum greifen musste, um an das Wechselzubehör ran zu kommen. Hinzu kommt, dass man diese Unterbringungsmöglichkeit abnimmt, wenn man das Stickmodul anbringt, das selbst wiederum keine Aufbewahrungsfächer hat.

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Für das alltägliche Nähen ist die Ruby in Gesamtheit aber eine solide Maschine, die Spaß macht. Egal ob mit Baumwolle, Jersey, Gurtband oder Leder. Sie macht kaum Zicken.

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Jetzt noch mein Feedback zum Sticken, denn für die Ruby gibt es auch ein Stickmodul, das ganz allein durch Aufschieben mit einem Klick angesteckt wird. Ganz ohne zusätzlichen Kabelsalat. Einfacher geht es kaum. Der Funktionswechsel von Nähen auf Sticken ist auch mit einem Knopfdruck im Display erledigt und gibt ein übersichtliches Stickmenü frei. Man wird komfortabel durch jeden Farbwechsel geführt und bekommt sowohl die verbleibende Stichzahl als auch die Stickdauer pro Farbe angezeigt.

P1080601Nun kann man eigentlich fast schon los loslegen, jedoch muss vorher noch der Stickfuß und eine passende Nadel eingesetzt werden und das finde ich bei anderen Maschinen cleverer gelöst. Die Ruby hat leider keinen „Schnellspanner“, so dass man immer den Nähfuß vollständig abschrauben und den Stickfuß anschrauben muss.

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Da sie aber eine wirklich hervorragende Stickleistung erbrachte, konnte ich darüber mit der Zeit hinwegsehen 😉

Wirklich überragend ist die Ruby dank des gigantischen 360 x 200 mm großen Stickrahmens, der im Lieferumfang enthalten (ein kleiner Rahmen in 120 x 120 mm liegt selbstverständlich auch bei). Damit lassen sich gewaltige Projekte umsetzen, wie etwa unser Tipi. Auch sehr große eingespannte Stoffbahnen bewältigt die Ruby ohne Schwierigkeiten.

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Ein weiterer Vorteil: Einen Fernseher brauchten wir in dieser Zeit eigentlich gar nicht mehr 😀

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Ein Problem hatte ich allerdings mit dem großen Rahmen, denn er ist so riesig, dass es auch nicht reicht in Spulenposition zu fahren um den Spulendeckel tatsächlich abnehmen zu können 😉

Was sowohl während des Nähens als auch während des Stickens hilfreich ist, ist ein Aufspulen während des Nähens ohne dabei den aktuell eingefädelten Faden herausnehmen zu müssen. Auch die automatische Fadenschere leistet gute Dienste.

Insgesamt fand ich die Ruby gut, ein paar kleine Kritikpunkte und Verbesserungsmöglichkeiten bleiben mir aber.

Für Näher, die gerne alles an einem Fleck haben ist sie sicher eine zuverlässige Näh-Stick-Kombi, mit der sich tolle Projekte realisieren lassen.

Dieses Set aus Pulli und Weste ist beispielsweise vom ersten bis zum letzten Stich an der Ruby entstanden. Sweat mit Jersey, Bündchen und Paspel, Reißverschluss korrekt einnähen, großflächig besticken. Alles ein Klacks und sehr sauber. Quasi ein All-in-One-Talent!

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Mein Fazit habe ich gleich auch noch auf der Husqvarna umgesetzt 😉

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Dieser Beitrag ist Teil einer Testreihe im Rahmen der Supertester-Aktion vom nähPark und enthält Werbung.
Die zuvor genannte.Nähmaschine wurde mir im Testzeitraum entgeltlos zur Verfügung gestellt. Der Bericht spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wider und wird in keinem Fall vom Veranstalter der Aktion beeinflusst.

 

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