My 2 Cents

Was ist nur mit unserer Intuition passiert?!

Normalerweise zeige ich in meinem Blog DIY-Anleitungen und Dinge, die ich auf die eine oder andere Art selbst hergestellt habe, um sie mit euch zu teilen und weniger private Einblicke in mein Leben. Doch heute möchte ich einmal eine ganz andere Richtung einschlagen, denn mir brennt etwas auf der Seele.

Als dreifache Mama hat man mit seinen Kindern schon so Einiges erlebt. Gute Dinge, weniger schöne Erlebnisse und auch Tage, auf die man gerne komplett verzichtet hätte. Sicher kennt ihr das alle! Doch wo ist bei all dem die Intuition geblieben?

Ihr fragt euch jetzt vielleicht, worauf ich eigentlich hinaus will. Beim ersten Kind fällt das alles noch gar nicht so auf. Junge Mütter haben noch verhältnismäßig viel Zeit und vor allem die nötige Fokussierung auf nur ein Kind (Mehrlingsmamas mal ausgenommen 😉 ). Da wird das Baby überall mit hingenommen, zum gemeinsamen Frühstück mit der Freundin aus der Geburtsvorbereitung, zur Krabbelgruppe und zum Babyschwimmen, zum Kinderwagenschieben in den Park und zur Eltern-Kind-Massage. Und überall wird verglichen. „Ach, dein Kind dreht sich noch gar nicht auf den Bauch?! – Meiner macht das schon seit Wochen!“ So die Ansage an mich in meinem Rückbildungskurs, wo ich mit dem dritten Sohn hinging, als er etwa vier Monate alt war. Dann der fast entsetzte Blick der Erstlingsmutter als ich antwortete: „Nein, muss er aber auch nicht! Er liegt nicht gern auf dem Bauch!“ Gespräch zu Ende! Und ein Blick, der mir zu verstehen gibt: „Die ist komisch!“

Wo ist sie also hin, die Intuition? Wieso lassen wir unseren Kindern nicht ihr eigenes Tempo? Klar, wenn man zum ersten Mal Mutter oder Vater wird, ist man verunsichert. Und ja, auch ich habe beim ersten Kind in den Entwicklungskalender geschaut in welcher Lebenswoche welcher neue Entwicklungsschritt auf mich wartet. Aber wieso müssen alle Kinder in die selbe Tabelle passen? Wir Erwachsenen tun es ja auch nicht.

Wenn man als mehrfache Mama den frischgebackenen Mamas im Park zuhört, gewinnt man den Eindruck sie sprächen eher über Olympiateilnehmer mit großen Zielen als über ihre Babys. „Emil konnte mit 5 Monaten schon allein sitzen.“ „Mia hat mit drei Monaten schon Zähne bekommen!“ Höher, schneller, weiter. Die Kleinsten können noch nicht laufen und stehen schon in hartem Wettkampf miteinander – ohne es zu wissen! Und macht man mal einen nett gemeinten Kommentar, wie süß die haarlose Liegestelle am Hinterkopf ist, fühlt sich die Mama direkt angegriffen und die große Rechtfertigung beginnt, dass das ja alles wieder nachwächst…

Nach dem ersten Kind wurde ich entspannter. Mein Ältester war ein Blitzstarter, der mit 8 Monaten im Gitterbett stand, mit 10 Monaten lief, mit 13 Monaten allein mit Besteck aß und mit knapp 2 Jahren alle Farben fehlerfrei benennen konnte. Ich musste also nicht vergleichen, denn er war eh immer mehr als zeitgerecht. Natürlich war ich stolz auf ihn, aber ich ging nicht damit hausieren, sondern hörte eher leicht amüsiert den „Konkurrenz-Eltern“ zu und dachte mir meinen Teil. Beim zweiten Kind hatte ich dann, natürlich auch dank meiner bis dahin gesammelten Erfahrungen, die Ruhe weg. Das Kind läuft eben, wenn es soweit ist und fertig.

Simon2

Doch auch, wenn man die nötige Gelassenheit mitbringt, beim Vergleichen bleibt es ja leider nicht. Gerade die Eltern, die jeden Entwicklungsschritt abhaken, wissen dann auch noch alles besser. “ Was, der ist jetzt 18 Monate alt und läuft immer noch nicht? Dann musst du aber langsam mal zum Arzt!“

Und so bleibt es, für viele Jahre. Ich hatte gehofft dieses Verhalten würde sich legen, wenn die Kinder älter werden. Doch dann kommt die freundliche Horterzieherin auf mich zu und fragt mich freudestrahlend ob ich einen bestimmten, bekannten Familientherapeuten kenne und seine Bücher nicht auch so toll finde wie sie! Ja, kenne ich! Nein, lese ich nicht und finde ich auch nicht toll! Es ist dann immer interessant zu sehen, wie man diese Menschen mitten im Gesprächsfluss stoppt. Es scheint, als würden sie vor eine unsichtbare Wand prallen und nicht mehr wissen, wie sie daran vorbei können.

Versteht mich nicht falsch, ich verurteile niemanden, der sich Erziehungsratgeber zu Hilfe nimmt, aber für mich ist es einfach nichts. Nach mehreren Kindern stellt man nicht nur fest, dass jeder Ratgeber etwas anderes schreibt, sondern auch, dass der gleiche Ratgeber seine eigene Meinung nach drei Jahren mit der Neuauflage grundlegend ändern kann. Und das ist spätestens der Punkt, wo sich mir der Sinn entzieht.

Ich bekenne also öffentlich, ich lese keine Ratgeber, keine Schlaflernbücher, keine Babybreirezepte und keine Entwicklungstabellen! Jetzt ist es raus. Ich vertraue auf mein Bauchgefühl, auf das Leben und auf einen guten Kinderarzt (den braucht es dann doch 🙂 ). Meine Kinder sind vor allem eins, MEINE KINDER! Die ich über alles liebe und an denen ich jede kleine Macke und jede „Entwicklungsverzögerung“ so annehme wie sie ist, eben weil es meine Kinder sind! Sie dürfen ihr eigenes Tempo haben und einfach nur Kinder sein. Wenn der eine erst mit 20 Monaten läuft, dann ist es eben so.

Apropos, ein kleiner Denkanstoß an diejenigen, die jetzt vielleicht denken 20 Monate ist echt spät. Ja, ist es, aber vielleicht, nur ganz vielleicht, sollte man dann kurz innehalten und überlegen ob es nicht doch einen Grund dafür gibt. Manchen Kindern sieht man es auf den ersten Blick nicht an, ob ihnen tatsächlich etwas fehlt und sie eben nicht sind wie die „normalen“ Kinder, die alle in die gleiche Tabelle passen sollen. In einem solchen Fall, ich weiß wovon ich rede, ist schnell ein unpassender Kommentar gemacht, den die Eltern dann auch noch wegstecken müssen.

Was ich mit all dem sagen will? Lasst eure Kinder doch einfach mal machen!

Die Babys wissen nicht, dass es um 12:00 Uhr Mittagessen gibt. Wenn es dann also schläft, dann schläft es eben. Und nein, es merkt nicht, dass es eigentlich Hunger haben müsste. ES SCHLÄFT!

Kennt ihr den Film „Babys“? Falls ja, habt ihr euch schon mal gefragt, wieso ausgerechnet das völlig nackte Busch-Baby, das mit Stöcken und Hunden im Schlamm spielt, das glücklichste zu sein scheint?! Ich glaube, weil es das darf 🙂

Also hört auf eure Intuition! Vertraut auf euer Bauchgefühl! Lasst eure Babys ihre Welt entdecken! Sie wissen nicht, in welchem Alter sie sitzen oder laufen müssen, sie tun es einfach. Und genau so sollten wir uns, als Eltern, vielleicht auch viel öfter mal verhalten.

Simon1

20 thoughts on “Was ist nur mit unserer Intuition passiert?!”

  1. Danke für deinen Bericht, du sprichst auch mir aus der Seele, beim ersten Kind hab ich auch bei diesem Vergleichsmarathon mitgemacht und mir Sorgen gemacht, wenn meine Tochter mal nicht die Beste, Schnellste und Tollste war.
    Doch hab ich dann auch ziemlich schnell gemerkt, dass das alles reiner Quatsch ist.
    Jetzt beim 2. Kind sieht mal alles viel gelassener und lässt auch mal fünf grade sein.
    Ich hoffe, dass viele Erstlings-Mamas deinen Bericht lesen und sich ganz auf ihre Intuition verlassen und alle Ratgeber im Bücherregal stehen lassen!!!
    LG Alexandra

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  2. Vielen, vielen Dank. Wir haben ein Kind, erst ist jetzt fast 3 Jahre alt. Ich habe in der Schwangerschaft auf meinen Bauch gehört und auch danach. Wir haben uns zwar Ratgeber gekauft, aber nach dem ersten Blick ins Buch, wurde schnell klar, es gibt kein Standartbaby und die haben einen Knall. Ich kenne diese Blicke, es fing bei mir schon in der Schwangerschaft an… „Wie du hast noch keine Kindsbewegungen gespürt? Hatte ich schon in der 19.SSW“ Ich habe das immer mit einem Achselzucken abgetan. Solange meine Frauenärztin zufrieden war, waren wir es auch. Ich habe sogar lebhaftes Kind in meinem Mutterpass stehen (soviel dazu, das es nicht normal ist, so spät Kindsbewegungen wahr zu nehmen…). Und wenn mein Bauch gegen die Tipps und Ratschläge der Ärzte und der Hebamme gesprochen hat, dann habe ich auch auf meinen Bauch gehört.
    Unser Sohn kam mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt und es gab jede Menge Ratschläge und was unbedingt gemacht werden muss. Nee, muss nicht. Es war ja kein krankes Kind, sondern hatte nur eine Fehlbildung, die korrigiert wurde. Auch bei Ärzten ist es sehr wichtig, das man vertraut und Sympathie vorhanden ist, sonst klappt das mit dem besten Arzt nicht.
    Nochmal Danke für deine sehr wahren Worte!!!

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  3. Wie recht du hast! Ich unterschreibe jedes Wort und bin froh, dass es außer mir noch andere Mütter gibt, die keine Ratgeber lesen. Meine Mädchen sind einfach perfekt, das muss ich nicht erst im Vergleich mit anderen Kindern feststellen.

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  4. Das hast du schön geschrieben und ich stimme dir voll zu. Ich musste mir jetzt beim zweiten Kind auch anhören: „Was mit 5 Monaten krabbelt er noch nicht? Dann würde ich aber mal zum Arzt gehen.“ Da konnte ich nur den Kopf schütteln. Aber ich weiß, dass sich viele davon verunsichern lassen.

    Liebe Grüße
    Milla

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  5. Vielen vielen Dank für deine ehrlichen und offenen Worte!
    Du sprichst aus, was ich tagtäglich denke… Danke, dass du es „zu Papier“ gebracht hast!!

    Liebe Grüße
    Almut

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  6. Es ist schön, wenn man so stark und überzeugt sein kann, doch ich bezweifle, dass das einem Großteil der Neumamas gelingt. Das erste Kind ist wie ein ganz großes Abenteuer, auf das man sich erst einmal einlassen muss. Ich habe mir die Intuition damals Stück für Stück erarbeitet. Nach den ersten 3 Monaten ‚Oje, ich wachse‘ beiseite gelegt, nach 2-3 Grundlagenrezepten ‚frei-Schnautze‘ gekocht und total erstaunt gewesen, dass ein Baby schon vor seinem ersten Geburtstag läuft. Auch ich habe verglichen, beim Babyschwimmen und zur Rückbildung, denn das gab mir Sicherheit und einen Rahmen. Mit Geburt des Kindes setzt der Mutterinstinkt ein, der sich im Laufe der Zeit verfestigt und ich bin mir sicher, dass ich beim zweiten Kind ‚entspannter‘ sein werde, hinsichtlich Entwicklungsschritte, etc. Ich denke, wir sollten nicht immer so viel darüber nachdenken, was wir alles falsch machen könnten, sondern lieber das, was wir mit unseren Kindern tun mit viel Gelassenheit, Geduld, Spaß und Überzeugung angehen!
    Danke, liebe Sabrina, für diesen wunderschönen Denkanstoß und deine Worte!

    Liebste Grüße, Evi :***

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  7. Wahre Worte. Du sprichst einem wirklich total aus der Seele. Bei mir kommt noch der Ratschläge-geben-Wahn dazu.Ich muß dazu sagen, ich habe schon zwei große Jungs (17 und 12) und mein Lütter ist jetzt 9mon alt. Ich bekomme trotzdem Ratschläge von „Jungmuttis“ (ich selber mit junge 38J), wie ich doch mit meinem Murkel umzugehen habe. Es geht mir auf den Keks. Ich frage mich dann manchmal, wie ich es doch ohne diese Ratschläge glatt geschafft habe die beiden Großen groß zu bekommen.

    Liebe Grüße

    Manja

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  8. Da bin ich total bei dir als 3fach Mama und ich finds gut, dass das auch mal laut gesagt wird. Mir gings da ähnlich wie dir, mein Erster war einfach mit vielem sehr früh und ich musste mir nie nen Kopf machen und beim 2. war mir einfach schon klar, wie früh der Erste war und das nicht jeder in dem Tempo arbeitet. Ich sage immer, in jedem Moment, in dem ich mein Kind damit beschäftige, es in eine Form zu pressen die andere vorgeben, halte ich es evt. davon ab, etwas ganz großartiges zu leisten. Jeder hat sein Tempo und jeder geht seinen Weg.

    Vielen Dank für den schönen Text!
    LG Manuela

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  9. DANKE!!! Das liest sich, wie ein Vortrag, den ich erst am Sonntag abend meiner Schwiegermutter gehalten habe. Für mich ist es das 3. Kind, für sie der erste Enkel. Bei ihr herrscht völliges unverständniss dafür, dass ich mein Kind schlafen lasse, wenn es müde ist und zwar so lange, bis es von selbst aufwacht. Und auch in vielen anderen Dingen weiß die Dame alles besser (Schwiegervater ist da aber auch nicht besser). Ich frage mich, wie ich die anderen beiden groß bekommen habe und versuche, möglichst wenig Zeit dort zu verbringen.
    Ich entscheide alles nach Bauchgefühl, habe das 3. Kind zuhause bekommen, alle Ratgeber mittlerweile verkauft (nicht das ich mir je einen gekauft hätte, das waren alles gut gemeinte Geschenke, die ich nicht gelesen habe) und bin total tiefenentspannt, wenn mein 1 Jähriger mit der 4 Jährigen alleine im Zimmer spielt.
    Lg
    Nadja

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  10. Wirklich, ich DANKE DIR für diesen Post!! Ich hatte einen ähnlichen auf dem Herzen, doch habe nicht so recht die passenden Worte gefunden! 😘 Es scheint bei euch sehr ähnlich zu laufen wie bei uns! Die erste war in allem (außer dem laufen ) eine extreme Frühstarterin und der zweite braucht ein wenig mehr Zeit! Doch auch ich höre sehr viele Kommentare dazu…. bei meiner großen war das nicht so! Das wichtigste was ich mir für meine Kinder wünsche ist GLÜCKLICH zu sein! Mit ist es schnurz egal ob da ein Kind im Alter meines Sohnes schon wie Picasso malen kann oder schon seinen Namen schreiben kann ( ich sollte erwähnen, mein Kleiner ist 4 geworden ). Denn wir haben nur dieses eine leben!

    Danke und liebe Grüße
    Sandra 😘

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  11. Ich bin zwar ohne Kind und dadurch eher unbetroffen 🙂 aber du hast völlig Recht. Ist ja sowieso immer so – je entspannter man ist, desto mehr Lebensqualität 🙂

    Im übrigen glaube ich auch dass sich das oft auch auf dass weitere Leben auswirkt. Wenn ich z.B. mich (Erstgeborene) mit meinem Bruder (4. Kind) vergleiche und auf die letzten 20 Jahre zurück blicke, merke ich da deutliche Unterschiede…

    LG Bina

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  12. Ein schönes Plädoyer für das Kindsein. Leider habe ich das Gefühl es wird mit dem älter werden der Kinder nicht wirklich besser. Was manche Eltern schon ihren Erstklässlern eintrichtern …. und Lehrer machen da oft mit.
    Deine Worte tun gut und es ist schon die Reaktionen darauf zu sehen.
    lg
    Anja

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  13. Sehr schön geschrieben. Genau so denk ich auch…
    Unser Sohn ist jetzt 9 Monate alt und er entwickelt sich (in meinen Augen) super. Leider sieht das der Kinderarzt nicht so. Bei der U4 warf er mir vor, dass ich mein Kind nicht genug fördern würde, da er nicht auf dem Bauch liegend den Kopf heben wollte. Das war eine wirklich schlimme Erfahrung, die mich absolut aus dem Nichts traf. Ich war total fertig. Ich fand, unser Zwerg hatte sich super entwickelt und dann das… Bei der U5 war es noch immer nicht besser, obwohl ich regelmäßig mit ihm (unter Tränen) übte. Und nun haben wir Mitte Juni einen weiteren Termin, quasi U5 1/2, bei dem entschieden wird, ob er Krankengymnastik braucht. Ich finde nicht und wäre auch nie auf die Idee gekommen, dass er zurück ist. Aber wie gesagt, der Kinderarzt sieht das anders. Phil krabbelt noch immer nicht. Auf dem Bauch liegt er nicht gerne, dreht sich aber inzwischen selbst hin. Und er sitzt super und zieht sich überall hoch zum stehen. Er geht seinen eigenen Weg, der eben nicht nach einer Tabelle ist, aber er macht deutliche Fortschritte. Mir reicht das. Mal schauen, was der Arzt dazu sagt…

    Von einer ganz begeisterten Freundin hatte ich übrigens das Buch ohje ich wachse bekommen. Anfangs fand ich toll, wie gut es passt. Aber dann konnte er so vieles nicht, was er angeblich nach einem Sprung können musste… Und auch bei den Babys in meiner Krabbelgruppe war es genauso. Also hab ich es nach ein paar Monaten abgegeben und mir dafür das Buch wundervolle Babyjahre o.ä. gekauft. Aber auch das find ich sinnlos. Es steht nichts drin, was ich wissen müsste und nicht auch so durch meinen Sohn erfahre. Noch ein Buch würde ich mir nicht kaufen.

    Ach, er wacht übrigens auch noch jede Nacht im 2-Stunden-Rhythmus auf und will trinken. Mir macht das nichts, allen anderen aber schon. Ich kann mich vor guten Ratschlägen gar nicht mehr retten. Egal ob es um Buch Empfehlungen (jedes Kind kann schlafen lernen), Ernährung (mach ihm ein richtig schön dickes Haferschleimfläschchen!) oder Schlafgewohnheiten (das Kind muss raus aus Eurem Bett und in sein eigenes Zimmer! Sonst bekommt Ihr es nie raus!) geht, jeder weiß es besser. Aber ich mach das, was ich für richtig halte. Deswegen schläft er bei uns im Familienbett und wird nach Bedarf gestillt. Und das auch alle zwei Stunden, wenn nötig.

    So, jetzt wurde das ganz schön lang. Sorry. Ich wünsch Dir einen schönen Abend!

    LG anna

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    1. Hallo, mein kleiner Sohn (das 1.Kind und bin ne Altmutti mit 40) hat NIE auf dem Bauch gelegen und den Kopf konnte er logischerweise auch dabei nicht heben. Er macht das bis heute nicht (ist jetzt 2,5 Jahre) und ich habe ihn immer gelassen (trotz guter Ratschläge von allen Seiten – vor allem ist mir da mein erster und einziger Besuch beim PEKIP in Erinnung geblieben „wie das Kind liegt nicht auf dem Bauch und nackig mag es auch nicht sein“). Zum Glück fand unser Kinderarzt das nicht unnormal – er meinte nur „lassen sie ihn halt – solange ihr Gefühl ihnen sagt alles ist in Ordnung ist es das auch“ – er ist eben mit anderen Dingen beschäftigt (was bei dir ja auch so zu sein scheint). Deshalb bin ich mit Sorgenfrei absolut einer Meinung und würde mir wünschen, dass unser Umfeld privat und auch Hebammen und Ärzte uns dabei unterstützen unseren Weg zu finden. Das ist ja auch in anderen Bereichen des Lebens so. LG Ingrid

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  14. Danke für deine tollen Beitrag. Nicht nur in Bezug auf unsere Kinder, sondern auch sonst im Leben fehlt uns oft die Intuition.

    Ich finde es ist echt schwierig, auf sich selbst zu vertrauen, wenn ringsum das „normale“ so wichtig genommen wird. Oder das äusserliche, banale.

    Stattdessen sollten wir auch auf das innere, unsichtbare achten, das ist nämlich mindestens genau so wichtig.

    Liebe Grüsse Eva

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  15. Das ist witzig, so denke ich auch, bin aber auch dreifach Mama und tiefenentspannt! In diese Tiefenentspannung kommen Einzelkindmamas glaub ich nie. Ich habe während der Schwangerschaft Sport gemacht, bin in keinen Vorbereitungskurs und habe keine Bücher gelesen. Mein Argument war immer: Die in Afrika kennen das alles nicht und kriegen ihre Kinder trotzdem auf die Welt. Aber ich glaube so ist unsere Gesellschaft zur Zeit, so extrem. Nie mal was laufen lassen. Auch bei anderen Dingen wie Gesundheit. Da wird in sich hineingehört, bis man eine Krankheit gefunden hat, die einen Pups auslöst. Irgendwas muß man ja haben, vielleicht Lactose oder Gluten? Früher war man irgendwie noch mit anderen Dingen beschäftigt, da musste man aufs Feld oder in die Fabrik, da hatte man gar keine Zeit, Ratgeber zu lesen oder in sich hineinzuhören oder darauf zu achten, in welchem Stadium sich mein Kind gerade befindet. Heute hat man zuviel Zeit und die Leute wissen gar nicht mehr so viel sinnvolles damit anzufangen. Wettbewerb wird überall groß geschrieben und da muß man mitziehen. Fürs Kind will man ja auch nur das beste, also schaut man, dass es das bekommt. Da kann sich ein Kind glücklich schätzen, wenn es Geschwister hat und die ganzen Visionen der Eltern nicht auf einer Schulter allein getragen werden müssen, sondern verteilt werden können.
    LG
    KArin

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  16. Warum man nicht mehr auf sein Herz hört, sondern auf andere kann ich dir sagen. Viele tun, was die Umwelt von ihnen erwartet, geben sich selbst dabei auf. Ist bei den „gut betuchten“ noch schlimmer und in vielen anderen Bereichen außerhalb der Kinder ebenso. Schau dir mal manche Gärten an. Man hat das Gefühl, die schneiden den Rasen mit der Nagelschere und einem Lineal. Und warum? Damit der Nachbar sagen kann „meine Güte, wie toll der Garten“, dabei lebt es sich doch unentspannt in so einem Garten wie ich finde. Und so ist es mit den Kindern. Jeder meint, es besser zu wissen. Ich gebe mich diesen Zwängen schon länger nicht mehr hin. Mit ist es schlichtweg egal, wann mein Kind welche Entwicklungsstufe erreicht, solange sich nicht zeigt, es hat die ein oder andere Entwicklung überhaupt nicht. Ich habe sogar aufgehört, die Untersuchungen ab 7a zu machen. 7a, ein Sprachtest, den ein Arzt beurteilen soll in 10 Minuten, der mein Kind nicht einmal mit Vornamen kennen würde, hätte er vorher nicht auf die Karte geschaut. Nee, warum auch. Eine Mama merkt, wenn etwas nicht stimmt und kann dann gezielt handeln.

    LG Katrin

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  17. Hallo,

    Als Mama gebe ich dir in den allermeisten Dingen, die du geschrieben hast, recht! Dieses ewige Vergleichen hat mich als Mama auch völlig genervt. Auch, dass es in Gruppen einfach keine anderen Themen gab als „was kann sie denn schon,…“. Fürchterlich.

    Als Physiotherapeutin für Kinder muss ich aber sagen, dass die ideale motorische Entwicklung (das sind die Tabellen) sehr wichtig ist für Ärzte um früh eine Schädigung zu entdecken. Je früher, desto schneller kann da geholfen werden. Aber jeder gute Kinderarzt und Therapeut weiß, dass in den Tabellen nur die IDEALE Entwicklung aufgezeigt ist und für jeden Schritt immer ein paar Wochen Spielraum möglich sind.

    Was aber nicht ausschließt bei allem anderen auf sein Bauchgefühl zu hören! Eine Mama weiß, wenn was nicht in Ordnung ist oder nicht gut fürs Kind! Rein intuitiv 😉

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