nähPark Supertest

Testbericht 7 – Singer Quantum Stylist 9985

Heute ist wieder Testbericht-Tag und zum ersten Mal im Testzeitraum weiß ich nicht so richtig wie ich anfangen soll.

Der Postbote brachte mir vor vier Wochen die Singer Quantum Stylist 9985 nach Hause, mit um die 1000 € die günstigste der zehn Testmaschinen. Ich ging also bereits mit geringeren Erwartungen an diesen Testmonat heran, da ich schon sehr viel hochpreisigere Geräte ausprobieren konnte. Zudem hört man in Nähkreisen auch nicht unbedingt Gutes über neuere Singer Modelle, die dem Hörensagen nach stark in der Qualität nachgelassen haben sollen.

Ich bin jedoch völlig vorbehaltlos an den Test herangegangen, denn jede Maschine darf sich bei mir beweisen und zwar unter den gleichen Bedingungen.

Das Auspacken ging ruck zuck, nirgendwo fliegen lose Einzelteile umher und die Singer ist sehr schön kompakt. Aufgebaut ist sie in wenigen Minuten und die beiliegende Bedienungsanleitung ist auch sehr handlich und übersichtlich. Häufig benötigt man diese nicht einmal, denn was wirklich schön ist an der Maschine ist, dass sie recht intuitiv in ihrer Bedienbarkeit ist.

Der erste negative Punkt, der mir allerdings direkt auffiel, ist vielleicht auch meinem derzeitigen Nahplatz geschuldet, auf den Tageslicht von hinten fällt. Die fliederfarben schimmernde Oberfläche empfand ich dadurch am Tag fast als blendend.

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Nach dem Aufbau und den ersten 20 cm gerader Naht war allerdings gleich ein Telefonat mit dem Nähpark nötig, weil irgendwas laut klingelte. So sah ich mich direkt nach dem Aufstellen die ganze Maschine an allen möglichen Schrauben auseinanderbauen um dem Geräusch auf den Grund zu gehen. Beim Transport hatte sich ein Bauteil um zwei Millimeter verschoben, wodurch der obere Fadengeber am Metallgehäuse anschlug und eben „Kling“ machte. Problem schnell beseitigt und der Test konnte nun wirklich beginnen 🙂

Zuerst ein paar allgemeine Fakten. Die Bedienoberfläche besteht aus einem ausreichend großen Farbdisplay und einigen Tasten, die alle gut zugänglich sind. Die Steuerung per Fingerdruck funktioniert reibungslos.

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Änderungen am Stichbild und andere Einstellungen lassen sich ebenso leicht über das Display vornehmen.

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Gut gefallen hat mir die Möglichkeit eine beliebige Abfolge verschiedener Zierstiche hintereinander zu platzieren, ohne direkt umständlich speichern zu müssen.

Ab Werk kommt die Singer mit umfangreichem Zubehör, verschiedenen Nähfüßen, sogar einem Obertransport, so dass man gut ausgestattet ist.

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Alles findet seinem Platz in einem recht großen Zubehörfach am Anschiebetisch, so mag ich es.

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Die Singer näht sehr leise näht und der Motor läuft unheimlich ruhig, was mir sehr positiv aufgefallen ist. Nur leider hat das nicht gereicht um mich zu überzeugen. Zu viele andere Kleinigkeiten haben mich wirklich gestört, allen voran die vergleichsweise langsame Nähgeschwindigkeit. Selbst auf „Vollgas“ dauert eine wirklich lange Naht gefühlte Ewigkeiten. Da bin ich ein anderes Tempo gewohnt.

Die Quantum Stylist bringt eine Vielzahl von Zierstichen und auch ein Alphabet mit, das ich allerdings nicht getestet habe. Mit den dekorativen Stichen war ich generell recht zufrieden. Man sollte jeden Zierstich jedoch erst auf dem entsprechenden Stoff testen und die Einstellungen anpassen.

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Was sie sehr gut hinbekommen hat und womit ich auch wirklich zufrieden war, waren Zierstiche auf Kunstleder. Ich hatte sowieso den Eindruck, dass die Singer robustere Materialien lieber mag und mit leichten Stoffen eher ihre Probleme hat. Trotzdem habe ich versucht, wie auf allen Testmaschinen bisher, alle meine Projekte mit ihr zu bewältigen.

Bei diesem Pinseletui aus Kunstleder und Baumwolle hat das auch hervorragend geklappt. Sie nähte sehr akkurat geradeaus und auch knappkantiges Absteppen klappte wie am Schnürchen.

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Das Nähen mit Jersey ist dank mitgeliefertem Overlockfuß meist auch sehr gut gelungen und ich habe sogar einmal Rollsäume und Rüschen ausprobiert.

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Nur leider war für mich hier schon das Ende der Fahnenstange erreicht und es haben sich viele Lücken aufgetan, die ich einfach nicht hinnehmen konnte. Wer meinen Blog verfolgt, der hat vielleicht den Freundschaftsquilt gesehen, den wir Supertester gemeinsam genäht haben. An mir war es diesen zu quilten. Ich habe tatsächlich auch auf der Singer damit begonnen, aber nach einer Dreiviertelstunde entnervt aufgegeben und meine eigene private Nähmaschine benutzt, die nicht wesentlich teurer war, aber überhaupt keine Probleme mit der Materie hatte.

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Bei der Singer hatte ich beim Absteppen durch drei, wohlgemerkt dünne, Schichten ständig Fadenrisse, Ruckler oder es blieb mir alles irgendwie hängen. Ein flüssiges Freihandquilten war unmöglich. An dieser Stelle hat sie leider komplett versagt.

Aber, und hier hat sie mich im Gegenzug wieder überrascht, freihandsteppen auf dünnem Material, war wiederum ein Traum, wie man an dieser genähmalten Dokumentenmappe sehen kann.

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Ziemlich enttäuschend fand ich jedoch ihre Launenhaftigkeit. Mitten im Nähvorgang, ohne Veränderungen an Sticheinstellungen oder ähnliches, produzierte die Testmaschine plötzlich Fadensalat, der nur durch Ausbau der Stichplatte zu beheben war.

Darüber hinaus empfand ich den Einfädelweg als recht unpraktisch und hakelig, mit dem Einfädler selbst stand ich auch auf Kriegsfuß und bekam es bei jedem dritten Versuch einfach nicht hin und den Aufspulmechanismus fand ich darüber hinaus irgendwie viel zu steif.

Mein Fazit: Wenn ich mir diese Maschine gekauft hätte, so hätte ich wohl innerhalb von zwei Wochen mein Rückgaberecht in Anspruch genommen und mir für das gleiche Geld eine andere, zuverlässigere Nähmaschine ausgesucht.

Vielleicht habe ich auch ein Montagsmodell erwischt. Ich werde jetzt mal die vorigen Singer-Berichte meiner Mittester lesen um zu schauen, ob es dort ähnliche Probleme gab.

Ich jedenfalls, freue mich dieses Mal tatsächlich die Maschine hergeben zu müssen und mich auf eine neue einstellen zu dürfen.

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Dieser Beitrag ist Teil einer Testreihe im Rahmen der Supertester-Aktion vom nähPark und enthält Werbung.
Die zuvor genannte Nähmaschine wurde mir im Testzeitraum entgeltlos zur Verfügung gestellt. Der Bericht spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wider und wird in keinem Fall vom Veranstalter beeinflusst.

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